Weniger Verluste bei Lebensmittel ist gut für Ernährung und Umwelt

15.12.2020

Die jährlich verschwendeten Lebensmittel – 65 kg pro Person - sind relevant für Ernährungssicherheit und Umweltverantwortung

Angesichts der begrenzten Ressourcen und der stetig wachsenden Weltbevölkerung müssen wir unseren Ressourcenverbrauch nachhaltiger machen und das Konsumverhalten anpassen. Dazu gehört auch die Reduktion von Nahrungsmittelverlusten, was sich positiv auf verschiedene Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) auswirkt. Das Forschungsteam der ETH Zürich hat in einer weltweiten Studie die nationalen Nahrungsmittelverluste von 151 Ländern beurteilt und die damit verbundenen Verluste für Ernährung und Umwelt analysiert.

Die Resultate zeigen, dass im weltweiten Durchschnitt jährlich 65 kg Lebensmittel pro Person verloren gehen. 25% der Verluste sind Gemüse, 24% Getreide und 12% Früchte. Die restlichen Anteile fallen auf Milchprodukte (9%), Wurzeln und Knollen (6%), Fleisch und Fisch (5%) und anderes (19%). Von den verschwendeten Lebensmittel könnte sich eine Person 18 Tage lang gesund ernähren. Der ökologische Fussabdruck des täglichen Nahrungsmittelverlusts pro Person beläuft sich auf 124 g CO2-eq, 58 Liter Süsswasser, 0,36 m2 Ackerlandnutzung, 2,90 g Stickstoff und 0,48 g Phosphor.

Die Nährstoffe und der ökologische Fussabdruck der verschwendeten Lebensmittel unterscheiden sich von Land zu Land. Es müssen Massnahmen zur Veränderung von verschwenderischem Verhalten und der Verminderung von Verlusten auf die einzelnen Länder abgestimmt werden. Länder mit hohen Einkommen verschwenden sechsmal mehr Lebensmittel (pro Person) als Länder mit tiefen Einkommen. Die damit verbundene Umweltbelastung ist zehnmal höher als in Ländern mit tiefen Einkommen.

Die Kombination von Ernährungswerte und Umweltbelastung kann helfen den Verlorenen Wert von Food Waste besser sichtbar zu machen. Die Lebensmittelverluste müssen stark gesenkt werden, um SDG 12 "Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster" zu erreichen. Die Ergebnisse unterstützen die Bemühungen zum besseren Verständnis weltweiter Lebensmittelverluste und zur Erarbeitung von Interventionen, die zur Halbierung der weltweiten Nahrungsmittelverluste pro Person (im Verkauf und bei Konsumenten) beitragen. Die Indikatoren für Nährstoffe und Umweltbelastung dienen als Grundlage zur Überwachung des Effekts von Interventionen, zur Förderung ihrer Effizienz und zum Einbezug der verschiedenen Stakeholder mit unterschiedlichen Interessen in den Bereichen Nahrungssicherheit, öffentliche Gesundheit und ökologische Nachhaltigkeit.